
Auch den vielgelobten Ueno-Park im Herzen Tokyos nimmt man erst war, wenn man entweder japanische Schilder lesen kann, oder die allgemeine Grünlosigkeit Tokyos soweit auf einen abgefärbt hat, daß man jeden Strauch für einen Dschungel nimmt. Andernfalls wähnt man sich vielleicht eher in einer ausgebauten Allee mit Seitenstreifen, als in einem Park.
Als krasser Gegensatz dazu präsentiert sich die lokale Fauna, die jeden Busch vibrieren lässt und mich ein ums andere mal sprachlos dastehen ließ.
Da wäre der wunderschöne, handgroße Falter, der sich im Zickzackflug an den spärlichen Blumenkästen inmitten der Großstadt labt, der Rabe, welcher durch die engen Häuserfluchten taucht, oder das abendliche Himmel-Gewimmel von Fledermäusen. Alle Bäume, auch wenn sie einzeln dastehen, sind voll von brüllenden Zikaden, so daß tatsächlich an einigen Orten der Eindruck eines tiefen Waldes entstehen kann, wenn man nur nicht nach links oder rechts blickt. Das nachfolgende, downtown vor einem großen Bankgebäude gesichtete, gut daumengroße UFO konnte im Nachhinein als Taubenschwänzchen-Falter identifiziert werden.

Derweil habe ich mich an meinem neuen Wohnort gut eingelebt. Die Kinder der nahen Grundschule sind doch eine recht angenehme Geräuschkulisse, im Vergleich dazu, was Tokyo in dieser Hinsicht sonst noch zu bieten hat; selbst die Übungsstunden der Posaunengruppe haben einen gewissen Wohlklang. Das bunte Treiben auf dem Schulhof kann ich zudem bequem vom Balkon aus verfolgen. Bunt ist es per se, da die Kinder durch rote, gelbe und blaue (aoi?) Bemützung getrennt, stets als drei verschiedene Gruppen allerlei Spiele mit- und gegeneinander unternehmen.

Als Betthupferl noch ein Bild von der neondunklen Seite Tokyos, inklusive des obligatorischen schwarzen Yakuza-Schlittens vor dem Nudelrestaurant.